Seit -1769- Tagen ist Phillip nicht mehr bei uns

Gedenkseite Phillip Gerwinat

*10.11.1995 - †17.07.2007

 
Phillip

Phillip wäre am 10.11.07 12 Jahre alt geworden. Phillip verunglückte am 17.7.07 auf der Fahrt in die Ferien, mit einer Feriengruppe tödlich. Er fand auf einem Rastplatz den Tod.

An diesem Tag wurde uns ein Stück aus den Herzen gerissen, seine innige und liebevolle Art "Liebe" zu geben, wird uns immer fehlen. Er war ein Engel ohne Flügel.

Phillip liebte die Menschen und nahm jeden so wie er war.
Unser Schatz war ein sehr aufgeschlossener Junge, kontaktfreudig und immer fröhlich.

Einer seiner glücklichsten Tage war meine Hochzeit am 02.05.07, da sagte er noch zu mir: "Mama, ich fühle mich als hätte ich auch geheiratet." Was in gewisser Weise ja auch stimmte.

Denn für ihn ging der Wunsch in Erfüllung, endlich eine komplette Familie zu sein.



Du warst für uns ein Engel ohne Flügel
Du hast uns fliegen lassen mit all Deiner Liebe
Du warst immer sensibel
Für alle Menschen um Dich herum
Hast immer gelacht, warst immer freundlich
Hast alle um Dich herum mit Deiner Liebe überschüttet
Du fehlst mir unsagbar!

Nie werden wir verstehen warum Du von uns gehen musstest.

Wir lieben Dich über alles!!

In Liebe, Deine Mama und Olav
 
 
 
Phillip´s Leben
 
Phillip wurde am10.11.95 um 23.50 in Herten geboren.
Er hatte es sehr eilig.
Phillip war immer in Bewegung, im Bauch so auch als er das Licht der Welt erblickte.
Unser Süßer wog bei der Geburt 3000g, war stolze 53cm groß und hatte einen Kopfumpfang von 33cm.
Am 5. Tag durften wir zwei nach Hause.
 
Unser Engel wurde bis 1 Jahr gestillt und war auch dem entsprechend ausgeglichen.
Im Lauf der Zeit gewöhnte er sich an, 3 Lulus( Schnuller) zu nehmen.
(Was nicht immer einfach war, denn in jeder Tasche befand sich ein Arsenal von Lulus.)
Einen Lulu brauchte er zum nuckeln,einen unter der Nase zum riechen und den anderen zum kneten zwischen den Fingern.
Erstaunlicherweise konnte er alle mit geschlossenen Augen unterscheiden.
Wenn ich ihm mal den falschen in den Mund steckte,wurde er ausgespuckt. Dann roch er an allen dreien, bis er den fand der in Mund gehörte.
Phillip war ein sehr freundliches Baby. Wenn er nicht gerade schlief dann lachte er.
Als die Zeit des zahnens kam, hatte er wie viele Babys einen wunden Popo und Fieber.Uns blieb allerdings Nächtelanges Beruhigen erspart ,denn Phillip meisterte dies im Schlaf.
Mit etwa einem halben Jahr fing er an zu sitzten.
Was Phillip gar nicht mochte, war auf dem Bauch liegen.
Da war auf biegen und brechen nichts zu machen, er hatte halt da schon seinen eigenen Kopf.( wie die Mama)
Krabbeln lernte er, als er anfing sich überall hochzuziehen,wie denn auch wenn man die Bauchlage nicht mag?!
Als er krabbeln konnte,( wenn man es so nennen kann, denn Phillip bewegte sich im 4Füßlerstand  vorwärts,auf Händen und Zehenspitzen,Popo in die Luft) war nichts mehr vor Ihm sicher.
Denn da war er ganz schön schnell!
Mit etwa 14 Monaten lief er dann. Hocherfreut über diese völlig neue Perspektive des Schauens.
Von da an, liefen seine kleinen Füße was das Zeug hielt.
Wenn er Musik hörte fing er an zu tanzen.
Phillip besaß endlose Energie und Lebenslust.
 
Mit fast zwei fingen wir an, Ihn ans Töpfchen zu gewöhnen. Pippi klappte toll nur das größere Geschäft viel etwas schwer.
Nun saß er auf seinem Töpfchen vor mir, wir zählten bis drei und dann drückten wir zusammen. Da lachte unser Süßer sich jedesmal kaputt,weil ich vom drücken immer einen roten Kopf bekam, denn ich half aus Leibeskräften mit.
Doch igendwann klappte auch das. Gott sei Dank!
Doch da wurde das Töpfchen uninteressant und er wollte wie die Großen auf die Toilette.
Nachdem er einmal komplett mit dem Popo in die Toilette rutschte, bekam er einen Toiletteneinsatz.
Nach einer Weile ging er dann auch alleine auf die Toilette und ich wunderte mich warum der Einsatz oft unbenutzt daneben stand. Also schlich ich leise hinter Ihm her um Ihn zu beobachten.
Phillip  nahm das komplette Packet Toilettenpapier( was immer im Bad deponiert war) legte es sich vor die Toilette und stellte sich darauf. Somit erfüllte es den Zweck, das auch er stehen Pippi machen konnte wie die Großen.
Trotz lachen , half es ja nichts!  Es dauerte eine ganze Zeit ihm beizubringen das man sich auch zum Pippi machen hinsetzt.
Doch der Toiletteneinsatz wurde nicht mehr gebraucht, weil er ja seiner Meinung nach schon ein Großer war.( Grins)
 
Mit 3 Jahren kam er in den Kindergarten.
Am ersten Tag richtete ich mich schon seelisch auf weinen und strampeln ein.Denn ohne Mama ging gar nichts. Wohin ich auch ging da musste er mit.Sogar auf Örtchen folgte er mir ansonsten war das Geschrei groß.
Nun im Kindergarten angekommen sah er all die vielen Kids. Mein Schatz gab mir noch einen Schmatzer, winkte einmal und da war er auch schon weg.
Nun stand ich da und musste erstmal schlucken, ich konnte es kaum glauben. Jetzt war ich diejenige die damit klar kommen musste das er ja schon groß war.
Die Kindergartenzeit war für Ihn wunderschön, er hatte nie Streit und die Mädels rissen sich um ihn, weil er sie nie ärgerte.
Seine Erzieherinnen liebte, er vor allem Elsbeth.
An einem Tag hatte ich einen Termin, meine Freundin sollte Ihn von Kindergarten abholen, weil ich es zeitlich nicht geschafft hätte. Danach sollte sie Ihn mit zu sich nehmen, wo ich Ihn dann abholen wollte.
Phillip war ganz vernarrt Ihn sie, für Sie war Phillip, wie ihr eigenes Kind.(Zu der Zeit war sie noch keine Mama)
Doch an diesem Tag, weiss der Himmel warum, rief sie mich völlig verzweifelt an.
" Du musst mit Ihm reden er will nicht mit mir nach Hause gehen"
Trotz langer Diskussionen die auch seine Erzieherin mit Ihm führte und auch die Versprechungen die meine Freundin Ihm gab, war nichts zu machen. So redete ich mit ihm übers Telefon, nichts zu machen ,er bliebe solange im Kindergarten bis ich abholen würde.
So musste ich meinen Termin abbrechen und zum Kindergarten.
Dort angekommen strahlte er über beide Wangen!!
 Nein, ich konnte Ihm nicht böse sein.
Er war halt ein Schelm und wusste genau wie er seine Mama umgarnen konnte.
Auch seine große Schwester hatte es nicht immer leicht mit Ihm. Kleine Brüder können schon eine Plage sein, kommen ins Zimmer wann sie wollen,zicken rum wenn sie merken das es die große Schwester ärgert.
Man kann große Schwestern auch amWochenende wecken weil man einen Toast möchte, damit die Mama noch schlafen kann.
Ja! Große Schwestern sind schon eine Herausforderung!!!
Sie waren sich oft einig, wenn es darum ging sich gegen die Mama zu verschwören.
Die Kindergartenzeit verging wie im Flug und Phillip wurde eingeschult.
Ich glaube die Grundschule war seine schwerste Zeit.
Alles fiel Ihm schwer und er war immer langsamer als die meisten.Endlose Gespräche mit der Klassenlehrerin, die zu nichts führten und ein kleiner unglücklicher Junge der verzweifelt war.
Bis ich auf einen Hinweis einer anderen Mutter, unseren Liebling auf ADHS testen ließ.
Bingo! Genau das war es was Ihm alles so schwer fallen ließ. Er konnte sich nicht konzentrieren und war hyperaktiv.
Nachdem Phillip auf Tabletten eingestellt wurde ging alles allmählich besser. Nur das Verhältnis zu seiner Klassenlehrerin blieb wie es war.
 
Mit 9 wurde Phillip, Onkel.
Seine Schwester bekam ein Baby und überall erzählte er rum das er Onkel unter 9 sei.Seinen Neffen liebter er und kümmerte sich rührend um Ihn wenn er mit Ihm zusammen war.
Er hatte endlose Geduld mit Ihm. Mit kleineren Kindern ging er immer sehr behutsam um. Er ließ sie mitspielen wenn sie wollten, nie hätte er sie weggeschickt. Es sei denn es waren wirklich Kinder die sehr schwierig und kratzbürstig waren oder nur gestritten oder geärgert haben.
Die Kleinen aus der Nachbarschaft waren in Ihn vernarrt.
Mit Mädchen in seinem Alter tat er sich mittlerweile auch schwer, seiner Meinung nach zicken sie nur rum.Bei seiner Cousine war das anders, sie hatten auch mal Meinungsverschiedenheiten aber das war schnell vergessen. Schließlich wuchsén sie wie Geschwister auf, da sie fast täglich zusammen waren bis zum Kindergarten.
Seine Cousine ist nur ein halbes Jahr älter als er.
Beide verband ein ganz besonderes Band des Vertrauens. Sie erzählten sich Dinge die keiner von beiden je weiter erzählt hätte.
Auch Seiner Cousine fehlt Phillip sehr.
 
Als Phillip in die 5. Klasse kam lief alles bestens. Er mochte seine Lehrer ,die Noten waren im oberen Bereich und unser Kind war glücklich das er nun endlich auch in Mathe sehr gut war.
Mitte des Schuljahres zogen wir in eine andere Stadt.
Es stellte sich die Frage welche Schulform, Gesamtschule oder Realschule. In vielen Gesprächen mit Phillip,wo über das wenn und aber gesprochen wurde, entschied er sich für die Realschule.
Er wußte das es bedeutet zu üben ,Hausaufgaben zu machen und das die Anforderungen höher liegen.
All das, was auf der Gesamtschule bisher nicht der Fall war.
Doch er wollte einen guten Abschluß erzielen um etwas vernünftiges erlernen zu können.
Denn einer seiner Berufswünsche war Polizist werden.
Gegen das Böse kämpfen.
Er übte mit uns für Arbeiten, machte seine Hausaufgaben gewissenhaft und war mit viel Eifer dabei. Als es dann Zeugnisse gab war so stolz wie noch nie. Er hatte es geschafft fast nur 1ser und 2er zu haben.
Er bedankte sich bei uns noch das wir mit Ihm gelernt haben und wir bedankten uns bei Ihm weil er so ein toller Junge ist.
 
 
Wir habe auch zwei Katzen mit denen Phillip aufgewachsen ist.
So wie bei kleinen Kindern verhielt es sich auch bei Tieren, unser Engel hatte ein Feingefühl für Tiere.
Phillip war ein sensibles Kind, von Klein auf ,Pflückte er mir Blumen.
Egal ob vom Kindergarten  oder von der Schule nach Hause, eine hatte er immer.
Die letzte, bekam ich sechs Wochen vor seinem Tod.
Er kam die Treppe rauf mit einer gelben Rose im Mund, wie ein kleiner Casanova. Gab sie mir, küßte mich und sagte " Du bist die beste Mama der Welt,"
Das tat er oft.Er sagte uns jeden Tag das er uns liebt.
Jeden Abend wenn er ins Bett ging und wir Ihm gute Nacht wünschten, sagte er immer "ich lieb euch, träumt was süßes!"
Jeden Tag und jeden Abend muss ich daran denken und Tränen laufen mir übers Gesicht weil ich es so sehr vermisse. Ich weiß das ich diese Worte nur noch in meiner Erinerrung hören werde.
Nie mehr werde ich seine kleinen Hände nehmen können und nie mehr werde ich seinen kleinen Mund küssen können.
Ich habe oft das Gefühl das mich dieser Schmerz umbringt.
Doch ich werde für Ihn stark sein und für Ihn das Leben  weiterleben.
Er soll auch weiterhin auf mich stolz sein können, so wie er es immer war.
Ich bin meinem Mann Olav sehr dankbar das er mir so sehr zur Seite steht  und immer für mich da ist.
Er ist ein wunderbarer Mann.
Als wir im Mai 2007 heirateten, ging für Phillipder größte Wunsch in Erfüllung. Endlich hatte er eine komplette, richtige  Familie. Er sagte an dem Tag zu mir "Mama ich fühl mich als hätte ich auch geheiratet"
Auf dem Weg vom Standesamt nach Hause,saß er mit seiner Oma auf den Rücksitz,und ich hörte wie er zu ihr sagte" Schau mal wie glücklich die beiden sind"  Ja! antwortete sie ihm und im Spass fügte sie hinzu  "Noch"
Da sagte Phillip zu Ihr" Ich werde Dir berichten, wir bleiben in Kontakt"
Mein Mann, meine Schwiegermutter und ich sind vor Lachen bald zuammengebrochen.
Ja! So war er!
Er hatte manchmal Sprüche drauf das war unschlagbar.
Phillip war ein sehr herzliches Kind, zu allem und jedem offen. Nie hatte er Probleme, Kontakte zu knüpfen, im Gegenteil alle Herzen flogen Ihm nur so zu.
Er hatte immer Glück-bis auf dieses eine Mal.
Auch die Trotz und Bockphase hatte er nicht, jedenfalls nicht Zuhause, ich habe aber auch nichts anderes gehört. Seine Lehrer waren begeistert von Ihm.
Phillip war immer höflich ,freundlich und hilfsbereit.
Ich könnte keine schlechte Seite von Ihm aufzählen.
Ich glaube das er ein Engel in Menschengestalt war.
 
Doch leider wollte der Himmel auf einen seiner liebsten Engel nicht mehr länger warten.
 
Phillip wird immer in unseren Herzen weiterleben.
Er hat uns so viel Liebe gegeben.
Ich danke den Engeln das wir 11 wünderschöne Jahre mit Ihm verbringen dürften.
 
 


Text am 24 Mar 2008 durch Webmaster gepostet
Content Management Powered by CuteNews
© Jeanette Kuschmierz 2008